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02.02.2017 09:13 Alter: 291 days

Wirtschaftsprüferhaftung

Steuerliche Berücksichtigung der Schadensersatzleistung aus Wirtschaftsprüferhaftung


Nachträgliche Schadenersatzzahlungen einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mindern nicht die in früheren Jahren entstandenen und steuerlich berücksichtigten Verluste aus dem Verkauf von Aktien, wie der BFH in einem jetzt veröffentlichten Urteil festgestellt hat (IX R 8/15, Urteil vom 4.10.2016).

Das Finanzamt hatte den Verlustfeststellungsbescheid korrigiert. Dagegen wehrte sich der Kläger erfolgreich vor dem FG und dem BFH. Die Schadenersatzleistung mindere weder die Anschaffungskosten der Anteile noch den Veräußerungserlös.

Offen bleibt in der Entscheidung, ob die Schadensersatzzahlung als nicht steuerbare Entschädigung für den Substanzverlust der Aktien anzusehen war oder als Entschädigung nach § 17 i.V.m. § 24 Nr. 1 Buchst. a oder Buchst. b EStG oder als Gegenleistung für bestimmte Verhaltenspflichten als sonstige Leistung nach § 22 Nr. 3 EStG steuerbar ist.